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Tito und das Destiny Spa

Heute kam Tito nach einem Tag Wandern nach Hause. Hinkend auf drei Beinen mit einer Pfote so dick wie ein Hotdog-Brötchen. Das passiert öfter und wir sind mittlerweile daran gewöhnt. Und Antibiotika wirken oft irgendwann nicht mehr, also versuchen wir es jetzt anders. Mit Lösungen aus Großmutters Zeit.

Weiße Kohlblätter gegen die Schwellung. Grüne Tonerde mit Teebaumöl als Paste. Es sieht nicht schön aus, aber Tito findet es in Ordnung. Er liegt da einfach mit seiner eingepackten Pfote, als wäre er im Destiny Spa.

Das Problem ist jetzt nur die Ruhe. Tito muss an die Kette, denn diese Pfote muss heilen. Aber draußen läuft die Herde. Tito hört diese Schafe und der Schäfer pfeift. Aber Tito kann nirgendwo hin.

Also heult er wie ein Wolf. Lange Ausrufe in Richtung Berge — bis zur kleinen Kirche von Shelcan hörbar, denke ich. Die ganze Nachbarschaft weiß jetzt, dass Tito nicht mitkommen darf.

Aber gut, in ein paar Tagen kann die Kette ab. Dann hinkt er wieder hinter den Schafen her. Bis dahin: Kohl, Tonerde und Wolfsgeheul :-)

Frank und das letzte Stuck

Mein Sauerteigstarter wuchs fast aus dem Topf, also beschloss ich, mehrere Brote zu backen und auch wieder eine Focaccia zu machen. Gestern Abend habe ich den Teig mehrmals gefaltet und dann uber Nacht kuhl gestellt fur eine lange Bulk-Fermentation.

Frisch gebackene Focaccia mit Rosmarin, Knoblauch und Meersalz, goldbraun und luftig aus dem Ofen

Obwohl ich versuche, Frank nicht zu viel uber meine Plane zu verraten, findet Frank meine Plane trotzdem heraus. Das ist unpraktisch, denn dann fragt er etwa alle funf Minuten, wann die herrliche knusprige luftige in Olivenol, Knoblauch, Rosmarin und keltischem Meersalz getauchte Kostlichkeit fertig ist.

Diesmal fand ich es besonders spannend zu machen, weil ich anstelle von nur Wasser auch etwas selbstgebrauten Apfelwein zum Teig hinzugefugt habe. Die Idee, Apfelwein zu machen, kam mir plotzlich beim Backen eines Apfelkuchens, als ich ziemlich viele Schalen und Kerngehause ubrig hatte. Der Saft bluberte schon, aber nach ein paar Tagen begann ich zu zweifeln, ob er nicht auf dem Weg war, Essig zu werden. Essig habe ich genug, also habe ich ihn einfach getrunken und einen Teil in den Teig verarbeitet.

Es ist bisher meine allerbeste Focaccia geworden. Wahrend ich dies schreibe, schiebt Frank das letzte noch warme Stuck in den Mund. Das Brot hatte nicht einmal die Chance, vollstandig abzukuhlen :-)

Der erste Blog

Willkommen zum ersten Blog von PasneserPark. :-) Hier teilen wir jede Woche ein Stuck aus unserem Leben in Shelcan, einem Bergdorf bei Elbasan in Zentralalbanien, wo niemand es eilig hat und alles ubermorgen erledigt werden kann.

Unser Häuschen in den albanischen Bergen

Was Sie hier erwarten konnen, sind Geschichten uber Kulturunterschiede, die einen manchmal umhauen, denn manche Dinge laufen hier einfach ein bisschen anders als gewohnt. Uber frisch gebrannten Raki, den Nachbarn in alten Colaflaschen vorbeibringen. Uber Bergleben und Dorfleben und wie wir als Niederlander versuchen, uns durchzunavigieren.

Wir schreiben uber unseren Hund Tito, der gerne bei den Schafen des Nachbarn mithilft und manchmal laut in die Berge heult, weil er nicht mitkommen darf. Uber unsere Katzen Alpha und Besa, die ihre eigenen Abenteuer erleben. Und uber Huhner, die Eier an unerwarteten Stellen legen, die Ziegen der Nachbarn und dicke Kroten am Teich.

Sie lesen hier uber Gemusegarten und Permakultur. Uber Bauprojekte, die nicht immer nach Plan verlaufen. Uber albanisches Chaos, verbeulte Mercedes und alte Mopeds, die wider Erwarten noch fahren.

Uber Freiwillige, die uns bei dem helfen, was wir nicht alleine schaffen, und fur die gute Stimmung sorgen. Die uns Dinge beibringen und von uns lernen.

Und dann sind da die Menschen um uns herum. Nachbarn, bei denen wir Kaffee trinken und wo wir Rohmilch, frische Butter und andere lokale Kostlichkeiten kaufen konnen. Der Priester, der regelmasig auf einen Raki bei Toli in der Kneipe vorbeikommt und dann bei uns :-)

Man konnte das ein soziales Experiment nennen. Niederlander, die versuchen, einen Glamping-Platz in einem Land zu betreiben, in dem niemand weiss, was Glamping ist. Manchmal geht es gut, manchmal wird es eine Geschichte :-)